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Freitag, 19. Januar 2018
Legenden der Lowara, Buch des Monats März 2013 Drucken E-Mail
 

Stojka, Mongo: Legenden der Lowara
Hrsg. von Ernst Molden, zweispr.
127 S.,  Deuticke,  Wien/Frankfurt ,2004 
ISBN 3-216-30726-3
€ 20,50       

 

In „Die Legenden der Lowara" beschäftigt sich Mongo Stojka mit jenem Paradies, aus dem seine Familie vertrieben wurde, mit den letzten intakten Strukturen  ziehender Rom in Österreich. Die Stojka-Familie, die ihr Winterlager in der seinerzeitigen Hellerwiese in Wien Favoriten hatte, war , vornehmlich mit Pferden handelnd, im Sommer entlang der Thermenlinie unterwegs, bis ins Steirische hinunter, gerne, wie sich Mongo Stojka erinnert, unter Roten Kastanien lagernd.
Die Lieder und Geschichten jener Zeit hat Mongo Stojka in jahrelanger Arbeit aufgeschrieben. Aus dem dutzende Notizblöcke umfassenden Schatz hat er - gemeinsam mit dem Wiener Schriftsteller und Songwriter Ernst Molden - eine Auswahl getroffen.
Die Lieder werden zweisprachig, auf Romanès und Deutsch, präsentiert.

Johann „Mongo" Stojka, geboren 1929 in Guntramsdorf, Orient-Teppichhändler, Musiker und Veranstalter in Ruhestand , ist das Oberhaupt einer der bemerkenswertesten Familien der Stadt: Vater des Gitarristen Harri Stojka, Bruder von Ceja Stojka( gest. am 28.1.2013) und des verstorbenen Malers Karl Stojka, steht er als Lowara-Rom für eine von den Nazis fast vollständig zerstörte Kultur - jene der alteingesessenen „Zigeuner" Österreichs.
In seiner ersten Buchveröffentlichung, für die Mongo Stojka mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik ausgezeichnet wurde,  dem autobiographischen Band „Papierene Kinder" beschreibt Mongo Stojka das Märtyrium seiner über 200köpfigen Großfamilie, aus deren Reihen nur fünf Halbwüchsige und ihre Mutter die Lager (Auschwitz-Birkenau, Buchenwald, Dachau) und Todesmärsche der Nazis überlebten.
Viele Jahre lang konnte er nicht über diese Zeit sprechen. Erst sein Sohn Harri überzeugte ihn über sein Leben zu berichten, was er zuerst für die von Steven Spielberg gegründete Shoah Foundation, danach auch in seinem Buch Papierene Kinder. Glück, Zerstörung und Neubeginn einer Roma-Familie in Österreich (2000) tat.

1999 pflanzte Mongo Stojka am Ort des ehemaligen Lagerplatzes reisender Roma, der „Hellerwiese", einen Kastanienbaum. Der kleine Park wurde 2003 nach Stojkas Großmutter Barankapark benannt.




 
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