Freitag, 19. Januar 2018
Maly Trostinec erinnern, 2011 Drucken E-Mail

Nach der gelungenen Auftaktveranstaltung  DEN TOTEN EINE STIMME GEBEN im Sperlgymnasium am  Sonntag, dem 27.11.2011, bei der Andrea Eckert,  Gabi Schuchter und Alexander Strobele aus Werken  Verstorbener gelesen hatten und  eine Komposition von Konrad Rennert zur Aufführung  gelangt war, wurde am 28. und am 29.11 im Wien Museum am Karlsplatz die zweitägige  internationale Konferenz Maly Trostinec abgehalten. >> Fotogalerie

Schülerinnen und Schüler der 7A und der 7B des Sperlgymnasium sowie deren Lehrerinnen und Lehrer für Geschichte und Politische Bildung bzw. Deutsch, Prof. Bardasz, Prof. Egger, Prof. Lorenz und Prof. Regina Weyrich zählten am Dienstag zu den Teilnehmer/nnen an der Konferenz.

Mit ihrem Beitrag, der in den vergangenen Wochen fächerübergreifend und klassenübergreifend erarbeitet worden war, wollten die Schülerinnen und Schüler der beiden siebenten Klassen dem historisch bedeutsamen Standort ihrer Schule Rechnung tragen und damit verhindern, dass eine derartige Tragödie sich wiederholt:

Schülerinnen und Schüler der 7A und der 7B sprechen im Wechsel
:

2005 Kleine Sperlgasse: Hier ist unser neuer Schulort.
2006 Kleine Sperlgasse. Wir gehen hier zur Schule.
2007 Kleine Sperlgasse. Tagtäglich besuchen wir die Schule.- Wir sind fröhlich.- Wir sind traurig.
2008 Kleine Sperlgasse. Wir besuchen tagtäglich die Schule. - Wir lachen und weinen.
2009 Kleine Sperlgasse. Tagtäglich besuchen wir die Schule.- Wir sind Oberstufenschüler.
2010 Kleine Sperlgasse. Wir besuchen tagtäglich die Schule. Wir sprechen von der Zukunft.
2011 Kleine Sperlgasse. Die Matura rückt näher. Es ist Herbst.- WAS ist M a l y T r o s t i n e c ???
WO ist Maly Trostinec?
Maly Trostinec ist ein Ort in Weißrussland.
Wir denken an die Zukunft.
Wir werden mit der Vergangenheit konfrontiert.
Kl. Sperlgasse ist nicht nur unser Schulort.
Was ist h i e r passiert???
Was ist in Maly Trostinec passiert???

Es folgt eine Sachinformation über die Ereignisse in Maly Trostinec, über die die SchülerInnen unterrichtet worden sind.

Die anschließenden Passagen entstammen Arbeiten, die im Rahmen des Deutschunterrichts von sämtlichen Schülerinnen und Schüler der siebenten Klassen verfasst wurden und im Anschluss an das mehrwöchige Projekt auch gesammelt herauskommen werden.
Alles können sie mir nehmen, nur nicht meine Hoffnung.
Aus dem Brief eines Aufsehers: Sieh niemals weg, wenn ein Unrecht passiert!
Ich bin schon seit Tagen von zu Hause fort und weiß nicht warum.
Er ist seit fünf Tagen verschwunden.
Die Fahrt ins Unbekannte dauerte viele Tage...
Ich hoffe jeden Tag zu überleben.
Aus dem Brief einer Enkelin an die verstorbene Großmutter: „Leider weiß ich, dass ich auf meine Fragen niemals Antworten bekommen werde."
Früher oder später werden sie alle erschossen.
Ich bemerkte, dass nur Juden im Zug waren, Frauen und deren Kinder, Männer und sogar alte, gebrechliche, hilflose Menschen.
Eines Tages bemerkte ich, dass immer mehr Gesichter, die ich kannte, verschwanden.
Die Wachen haben jegliche Freiheit uns zu quälen.
Der einzige Ausweg wäre der Tod.
Wir blicken in die Vergangenheit.
Wir denken an die Zukunft.

Wir gestalten die Zukunft.
D.Bardasz

Konferenzprogramm

 
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